Noch ist es trocken und wir entscheiden uns zur Weiterreise. Mal sehen bis wohin wir heute fahren werden.


Als wir losfahren tröpfelt es ein wenig, so beginnen wir das Filetstück, im Regen 😩. Eins vorweg, das ändert sich die nächste Stunde auch nicht. Es gibt immer mal wieder trockene Abschnitte aber am Ende ist es eher regnerisch.

Wir folgen dem Wasserlauf. Auf den ersten Kilometern ist der Weg noch gesäumt von Wiesen und Obstgärten.

Die Fella rauscht tief unten im Tal, ihr Klang ist mal ein Murmeln, mal ein Donnern, mal nur noch ein Rauschen. Mann kann alle 100 Meter anhalten um wieder Fotos und Videos zu machen, selbst bei Regen ist es hier herrlich.

An alle, macht diese Fahrradreise, für die die weniger Anstrengung wollen ab Villach, für alle anderen ab Salzburg. Der Abschnitt heute gehört zu den reizvollsten Fahrradrouten in Europa.
Je weiter man voran kommt, desto enger wird das Tal. Hier zeigt sich die Meisterleistung des Kanalbaus. Von der alten Bahntrasse aus auf der wir radeln, kann man das gut erkennen. Mit Mauern, Bögen und kleinen Schleusen wurde das Wasser gezähmt, damit es Mühlen antreiben und später Energie liefern konnte. Während die Fella ungestüm über Steine springt, zieht der Kanal ruhig und verlässlich seine Bahn wie zwei Brüder, die denselben Weg gehen, aber unterschiedlicher kaum sein könnten.
Der Weg führt durch kleine Weiler, in denen italienische und österreichische Traditionen aufeinandertreffen. Man hört Dialekte, die wie ein Echo aus verschiedenen Zeiten klingen. Überall begleiten mich die Geräusche, das gleichmäßige Plätschern des Kanals, das ferne Dröhnen eines Zuges, das Rufen von Vögeln aus den Wäldern am Hang.
Schließlich erreichen wir Pontebba, den historischen Grenzort. Hier, wo einst Italien und Österreich-Ungarn aufeinandertrafen, spürt man noch heute die Mischung der Kulturen, bunte Fassaden, kleine Cafés mit italienischem Flair, daneben alpine Häuser, die an Kärnten erinnern. Der Fluss zieht mitten durch den Ort, und auch der Kanal endet hier seine stille Reise.



Es regnet! 🌧️😡😡😡 und das genau am schönsten Abschnitt, wie schade. ☹️


Die alten Bahnhäuschen sind stumme Zeugen und begleiten uns auf der gesamten Reise heute.



Man bekommt sehr viel Informationen über diese Region und den Weg. Alle 3-5 km stehen Schilder die man über einen OR Code im Handy abspielen kann, super gemacht.


Auch für Freunde des Wasserfalls ist immer etwas dabei.



Wir kommen zum Highlight der Route, nach Chiusaforte. Bevor wir die alte Bahnstation erreichen überqueren wir eine historische Brücke.
Vor mir liegt die Brücke von Chiusaforte, seit 1879 kühn gespannt über die enge Schlucht der Fella.

Hier donnerten einst Züge vorbei, die das Kanaltal mit Kärnten verbanden. Heute hört man nur das Summen eines Fahrrads oder das leise metallene Geräusch von Schritten auf den Gittern.

Das sind wir nun angekommen, das Mekka der Fahrrad-Reisenden auf dem Alpe Adria Weg, Chiusaforte!


Natürlich müssen wir hier unsere erste Pasta in Italien zu uns nehmen, Pasta-Ragout, herrlich lecker.

Diese Atmosphäre hier ist einzigartig, hier kann man Stunden verweilen.

Aber es geht ja noch weiter. Unser nächster Punkt den wir anlaufen wollen ist Venzone. Venzone ist ein kleines Dorf das berühmt wurde durch die schrecklichen Erdbeben die es in dieser Region leider gibt.


Am 6. Mai 1976 erschütterte ein starkes Erdbeben mit einer Magnitude von etwa 6,5 auf der Richterskala das Friaul-Julisch Venetien. Das Epizentrum lag nahe der Orte Gemona, Venzone und Osoppo im Tagliamentotal. Schon in dieser ersten Nacht starben über 900 Menschen, viele wurden verletzt, zehntausende verloren ihre Häuser.


Noch heute sieht man die Auswirkungen des Erdbebens.
Aber Venzone ist nicht nur dafür bekannt, es gibt hier eine legändäre Eisdiele die schon einige Preise gewonnen hat.




Und dann hat es uns doch noch erwischt 😨😱😰 ⛈️⛈️⛈️
Wir haben es uns hier ca. 20 Minuten gemütlich gemacht bevor es weiter ging. Jetzt ist es ein Rennen gegen die Zeit. Es zieht sich immer mehr zu, die Berge sind kaum noch zu erkennen und es rumpelt und Blitzt vom feinsten.

Wie Olli Kahn es schon sagte, weiter immer weiter, das ist unser Motto die nächsten45 Minuten. Wir müssen das Hotel erreichen bevor es hier für Erwachsene weiter gewittert. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht was uns erwarten sollte.


Geschafft, noch im Trockenen erreichen wir das Hotel. Unscheinbar hinter diesem Tor verbirgt sich eine kleine Oase. Jetzt erst mal unter die Dusche bevor es zum Abendessen gehen soll.


Hier die Voraussage. Wir gehen los, es sind nur noch 300 Meter zur Pizzeria Restaurante. Doch die haben es in sich. Der Himmel öffnet seine Schleusen und was ich mit Schleusen meine seht Ihr hier.
Übrigens, kennt Ihr den Unterschied zwischen einer Cantina, Pizzeria, Osteria, Trattoria und Restaurante?
Eine Cantina ist ursprünglich ein Weinkeller, in dem Wein gelagert, verkostet und verkauft wird. Oft kann man dort einfache Snacks probieren, im Kern geht es aber um den Wein.
Pizzeria, ier dreht sich fast alles um die Pizza, die in allen Varianten angeboten wird. Zwar findet man oft auch Pasta oder kleine Beilagen, doch die Pizza ist der unangefochtene Mittelpunkt.
Die Osteria hat ihren Ursprung als einfache Schenke. Hier traf man sich vor allem zum Weintrinken, dazu gab es eine Handvoll bodenständiger Gerichte. Heute sind Osterien sehr unterschiedlich, manche sind modernisiert, andere pflegen bewusst den rustikalen Charakter.
Trattoria, diese kann man als familiäre Gaststätte mit regionaler Hausmannskost beschreiben. Sie ist gemütlich, meist familiengeführt, und serviert Speisen nach lokalen Traditionen, oft nach Rezepten, die seit Generationen weitergegeben werden.
Das Ristorante schließlich ist die allgemeinste und zugleich formellste Bezeichnung. Hier erwartet man eine große Speisekarte, mehrere Gänge und einen etwas gehobeneren Rahmen, wobei es auch einfache Restaurants gibt.
Nach einer leckeren Steinpilz Pizza mit Burrata und San Daniele Schinken sind wir dann wieder im trocken zurück ins Hotel.
Ein trotz des Wetters wundervoller Tag neigt sich dem Ende entgegen.
Glücklich und satt fallen wir nach knapp 80Km Strecke dann ins Bett.
Bis morgen und denkt daran, habt euch lieb.
LIEBE IST ALLES
Jürgen und Sonja
Fotos + Animation sensationell !!! und was Ihr immer für’n „Glück“ mit dem Wetter habt 😋
Das Gewitter gestern Abend war eine 12 von 10, man hat das gegossen und gescheppert.
Wow, wow und nochmal wow 🤩
Das ist ja eine Traumtour auf zwei Rädern!
Diese historische Brücke, die Wasserfälle zwischendurch…einfach nur genial. Tatsächlich habe ich mich in die Fotos verliebt.
Ich freue mich sehr für euch und wünsche euch weiterhin eine sichere Fahrt 🚴
und hoffentlich etwas weniger Regen zwischendurch ( im Restaurant musste ich tatsächlich etwas schmunzeln 🙈😂 ) gute Fahrt und passt auf euch auf ☀️
Vielen Dank, wir sind auch super glücklich.
Schade mit dem Wetter, aber hier ist auch nicht besser. Was kein Trost für Euch ist, ich weiß.
Es ist trotz allem ein absoluter Genuss
Ein letzter und dritter versuch den Kommentar loszuwerden:
Auf euren letzten Reisen habt ihr in jedem Fall öfters mal die Launen der Natur in Form von (Stark)Regen ⛈️ abbekommen. Aber und an dieser Stelle ziehe ich ein Zitat bzw. Motto meiner klugen und wunderschönen Frau (ich wurde nicht gezwungen das zu schreiben ) heran, das sie aus ihrem leider sehr verregneten ☔ Hawaii 🌺Urlaub mit ihrer Trauzeugin mitgebracht hat:
No rain 🌧️ no rainbow 🌈
PS: Gute Restfahrt (mittlerweile seid ihr ja schon da) und wie war das Eis in der preisgekrönten Eisdiele?!
Das tut mir leise für deine Frau, schade das es so verregnet ist. Man kommt natürlich beim Alpe Adria Radweg automatisch durch Venzone, aber man hält in Venzone ausschließlich für dieses Eis, es war wieder köstlich. Wobei man ehrlicher Weise sagen muss, schlechtes Eis in Italien zu finden wird schwer.
Morgen geht’s zurück nach Hause.
LG
Jürgen