2025-09-17 Tavagnacco – Grado

Gestern Abend hat es mich erwischt – meine allererste Fahrradpanne! Vorne platt wie eine Pizza Margherita nach einer zu langen Siesta. Kein Wunder, nach den ganzen Gravelstrecken gestern habe ich mir wohl ein Loch eingefangen. Doch dann kam die Rettung, Sonja hatte einen Bike Shop gesichtet, ein Italiener direkt gegenüber vom Hotel – freundlich wie ein Espresso am Morgen griff sofort ein. Rad ausgebaut und keine zehn Minuten später war der Reifen geflickt und ich wieder bereit für die nächste Runde. Das Abenteuer konnte somit weiter gehen.

Unsere letzte Etappe bricht heute Morgen an. Nach einem starken Gewitter scheint heute Morgen die Sonne, herrlich.

Direkt neben unserem Zimmer ist der Frühstücksraum. Freundliche Italienerinnen bringen uns Kaffee. Es gleicht eher einer Kaffeetafel dieses Frühstück, so viele verschiedene Kuchen sind aufgetischt. Der Italiener mag es morgens halt gerne süß. Gegen 10:00 Uhr machen wir uns auf den Weg, erstes Ziel, Udine.

Es ist so ein herrlicher Tag☀️ und wir cruisen mehr mit unseren Rädern als das wir fahren. Genussradeln, das ist das richtige Wort.

Wir kommen durch ein kleines Dorf die heute Markt haben. Beeindruckend sind hier die Fischauslagen.

Durch einige kleine Dörfer immer Richtung Süden, der Sonne entgegen fahren wir bis wir Udine erreichen.

Kurz vor dem Ortseingang kommen wir am Stadion von Udinese vorbei.

Udinese Calcio, kurz Udinese, ist ein 1896 gegründeter italienischer Fußballverein aus der friulischen Stadt Udine. Das besondere ist das dieses Stadion neben 3 anderen in der Seria A dem Verein gehören. Mailand, San Siro gehört aber nicht dazu.

Kurz hinter dem Stadion geht es dann in die Innenstadt. Hier sehen wir zum ersten Mal den venezianischen Löwen.

Die Innenstadt von Udine ist geprägt durch ein historisches Stadtbild mit starkem venezianischen Einfluss. Zentrale Punkte sind die Piazza Libertà mit Rathaus (Loggia del Lionello) und Uhrturm sowie die Piazza Matteotti, die von Arkadenhäusern umgeben ist. Auf einem Hügel oberhalb des Zentrums befindet sich das Castello di Udine, das heute Museen beherbergt.

Uhrenturm

Das Straßennetz besteht aus engen Gassen und Plätzen mit überwiegend mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Bausubstanz. Bedeutende Sakralbauten sind der Dom von Udine und mehrere kleinere Kirchen. Die Innenstadt dient als Verwaltungs- und Handelszentrum, beherbergt zahlreiche Geschäfte, gastronomische Betriebe und universitäre Einrichtungen.

Zum Mittag gibt es heute Steinpilz-Tagliatelle 

Wieder zurück auf dem Rad verlassen wir die Stadt durch das alte Stadtor von Udine.

Jetzt geht es erst einmal durch die friaulischen Weinfelder.

Bei unserem letzten Besuch dieser Region versuchten wir vergeblich die traditionellste Grappa Destillerie (Nonino) zu besuchen. Dieses Mal haben wir diese auf Anhieb gefunden. Kurz vor Palmanova haben wir diese dann besucht.

Nonino Grappa ist eine der bekanntesten Grappa-Destillerien Italiens und hat ihren Sitz in Percoto bei Udine (Friaul-Julisch Venetien). Das Familienunternehmen wurde 1897 gegründet und gilt als innovativer Vorreiter in der italienischen Brenntradition.

Besondere Bedeutung erlangte Nonino 1973, als es als erste Brennerei begann, sortenreine Grappe aus einzelnen Rebsorten (Monovitigno®) zu produzieren – ein Schritt, der die Qualität und das Ansehen von Grappa weltweit stark erhöhte. Neben klassischen Grappas stellt das Haus auch Edelbrände, Liköre und Amaros her.

Nonino ist bis heute familiengeführt, mehrfach international ausgezeichnet und steht für hochwertige Destillate, die mit regionaler Identität und moderner Destillierkunst verbunden werden.

Nach einer kurzen Besichtigung geht es weiter nach Palmanova. Wir haben 30Grad und ein längst vergessener Begleiter meldet sich kurzzeitig von vorne wieder bei uns, DER WIND 💨 Also einen Gang nach oben in Tour schalten und weiter geht es.

Palmanova ist eine planmäßig errichtete Festungsstadt in Friaul-Julisch Venetien, rund 20 km südlich von Udine. Sie wurde 1593 von der Republik Venedig gegründet und gilt als Musterbeispiel einer Renaissance-Idealstadt.

Der Grundriss ist sternförmig mit neun Bastionen, einem klaren Straßennetz und zentraler Piazza Grande. Die Anlage diente militärisch der Grenzsicherung gegen die Habsburger und Osmanen. Heute ist Palmanova Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Venezianische Verteidigungsanlagen“.

Es ist heute tatsächlich eine schweißtreibende Fahrt und wir beschließen in Palmanova mit Blick auf „Mario, den Fahnenmast, so heißt der) ein echt leckeres italienisches Eis zu probieren.

Es sind noch einige Restkilometer bis Grado zu bewältigen. Vorbei an Strassoldo und Aquileia strampeln wir zielstrebig auf die Zielgrade des Alpe Adria Radweges zu. Der über 5km lange Damm nach Grado.

Das Forum Romanum von Aquilea

Der Damm von Aquileia nach Grado ist ein etwa 7 km langer Straßendamm, der die römisch geprägte Stadt Aquileia mit der Laguneninsel Grado verbindet. Er wurde im 19. Jahrhundert (1841–1873) aufgeschüttet, um Grado vom Fischerdorf zu einem besser erreichbaren Badeort zu entwickeln.

Vor dem Bau war Grado nur per Boot zugänglich. Mit dem Damm entstand eine feste Landverbindung über die Lagune, die den Ort wirtschaftlich und touristisch stark förderte. Heute führt über den Damm die Hauptstraße nach Grado; er ist zugleich eine landschaftlich eindrucksvolle Strecke mit Ausblicken auf Lagune, Kanäle und Vogelreservate.

Das Schwimmbad liegt ganz oben im 6. Stockwerk des Hotels. Von hier hat man einen fantastischen Blick über die Lagune.

Das soll es dann für heute mal gewesen sein. Unsere 3. Alpenüberquerung hat ohne Zwischenfälle gut geklappt.

Morgen gibt es noch einen Blog mit Fazit aus Grado.

Einen schönen Donnerstag wünschen euch Sonja und Jürgen

5 Replies to “2025-09-17 Tavagnacco – Grado”

  1. … ich weiss garnicht, was ich alles kommentieren soll … Eure Hotelauswahlen, Euer – endlich – Glück mit dem Wetter, die tollen Innenstädte, das Genussradeln, meine geschätzten Noninos, Eure km-/Kalorien-Leistungen, die immer wieder tollen Fotos !!!
    Geniesst’s weiter !!

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