2026-01-28 Bilbao

Nach dem wunderschönen Abend wurde heute Morgen erst mal ausgeschlafen. 08:15 klingelte der Wecker, Sonjas Termine fangen um 09:30 Uhr an.

Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir dann los Richtung Bilbao. Gute 90 Minuten Fahrt durch die Rioja Region liegen wieder vor uns.

Es regnet natürlich wieder, aber wir haben Glück und es wird im Norden immer sonniger so das wir Bilbao bei 15 Grad und lockerer Bewölkung erreichen.

Wir wohnen im Hotel „The Artist“. Von hier aus sieht es ziemlich unspektakulär aus, aber wenn man aus dem Zimmer schaut, sieht man das hier!

Das Hotel liegt direkt gegenüber dem Guggenheim Museum.

Kaum waren wir im Zimmer sind wir auch schon wieder raus. Es zieht sich wieder zu und wir wollen zumindest ein paar trockene Bilder von diesem Bauwerk machen.

Vor dem Guggenheim Museum in Bilbao sitzt er wie ein freundlicher Wächter: der riesige Hund „Puppy“. Mit seinen gewaltigen Ausmaßen wirkt er zunächst monumental, fast einschüchternd – und doch ist sein Blick sanft, beinahe verspielt. Seine Oberfläche besteht nicht aus Stein oder Metall, sondern aus tausenden lebenden Blumen, die je nach Jahreszeit ihre Farben wechseln. So wird der Hund zu einem atmenden Kunstwerk, das wächst, blüht und sich ständig verändert.

„Puppy“ verbindet Gegensätze: Größe und Niedlichkeit, Hochkunst und Alltagsmotiv, Dauerhaftigkeit und Vergänglichkeit. Er begrüßt die Besucher nicht mit Distanz, sondern mit Wärme – als wolle er sagen, dass Kunst nicht unnahbar sein muss. Gerade deshalb ist der Hund längst mehr als nur eine Skulptur: Er ist ein Symbol für Bilbao selbst, offen, überraschend und voller Leben. 🐕🌸

Der Künstler war Jeff Koons.

Er ist ein US-amerikanischer Künstler, bekannt für seine Arbeiten im Bereich Pop Art und Neo-Pop. Koons spielt oft mit Alltagsmotiven, Kitsch und Übergröße – genau das sieht man auch bei „Puppy“ (1992). 

Unseren Rundgang um das Museum herum begehen wir gegen den Uhrzeiger. Was für wunderschöne Fotomotive uns dieses Bauwerk schenkt.

Puente de la Salve

Die Puente de la Salve ist eine der wichtigsten Verkehrsbrücken der Stadt Bilbao und befindet sich unmittelbar neben dem Guggenheim Museum. Sie wurde 1972 fertiggestellt, also lange vor dem Bau des Museums, und erfüllte ursprünglich eine rein funktionale Aufgabe im städtischen Verkehrssystem.

Die Brücke wurde als Teil der innerstädtischen Umgehungsstraße konzipiert und sollte den zunehmenden Autoverkehr effizient über den Fluss Nervión leiten. Ihr Hauptzweck war es, eine schnelle Verbindung zwischen den nördlichen und östlichen Stadtteilen Bilbaos herzustellen und das Stadtzentrum zu entlasten. Entsprechend stand bei der Planung nicht die ästhetische Wirkung, sondern die Ingenieursleistung und Tragfähigkeit im Vordergrund.

Entworfen wurde die Brücke von spanischen Bauingenieuren, die auf den Brücken- und Infrastrukturbau spezialisiert waren. Die Konstruktion zeichnet sich durch einen großen Stahlbogen aus, der die Fahrbahn trägt und eine stabile, langlebige Lösung für den urbanen Verkehr darstellt. Die klare, funktionale Form entspricht dem Geist der Ingenieurarchitektur der 1970er-Jahre.

Mit dem Bau des Guggenheim Museums Bilbao in den 1990er-Jahren erhielt die Puente de la Salve eine neue Bedeutung. Anstatt die Brücke zu entfernen, integrierte der Architekt Frank Gehry sie bewusst in das Museumskonzept. Später wurde der markante rote Bogen durch den Künstler Daniel Buren ergänzt, wodurch die Brücke auch eine künstlerische und symbolische Funktion übernahm.

Heute verbindet die Puente de la Salve nicht nur Stadtteile, sondern auch Infrastruktur, Architektur und Kunst. Sie ist ein Beispiel dafür, wie ein ursprünglich rein funktionales Bauwerk durch städtebauliche Entwicklung und künstlerische Eingriffe eine neue kulturelle Bedeutung erhalten kann.

Der Bau des Guggenheim Museums in Bilbao begann im Jahr 1993 und wurde 1997 abgeschlossen. Entworfen wurde das Museum vom US-amerikanischen Architekten Frank O. Gehry, der für seinen innovativen und skulpturalen Architekturstil bekannt ist. Das Gebäude entstand im Rahmen eines umfassenden Stadtentwicklungsprojekts, mit dem Bilbao den Wandel von einer industriell geprägten Stadt zu einem modernen Kultur- und Dienstleistungszentrum einleiten wollte.

Das Museum wurde am Ufer des Flusses Nervión errichtet, auf einem ehemaligen Industrie- und Hafengelände. Ziel war es, diesen vernachlässigten Bereich neu zu beleben und der Stadt ein internationales Wahrzeichen zu geben. Die ungewöhnliche Form des Gebäudes, bestehend aus geschwungenen, scheinbar zufälligen Volumen, sollte bewusst einen starken Kontrast zur traditionellen Architektur der Stadt bilden.

Für den Bau kamen moderne Materialien wie Titanplatten, Glas und Kalkstein zum Einsatz. Besonders die Titanfassade verleiht dem Museum je nach Lichtverhältnissen ein wechselndes Erscheinungsbild. Um die komplexen Formen exakt umzusetzen, nutzte Gehrys Architekturbüro erstmals umfassend computergestützte Planungstechniken.

Mit seiner Eröffnung im Oktober 1997 wurde das Guggenheim Museum Bilbao schnell zu einem internationalen Symbol moderner Architektur. Der Bau gilt bis heute als Auslöser des sogenannten „Bilbao-Effekts“, da er maßgeblich zur wirtschaftlichen, kulturellen und touristischen Erneuerung der Stadt beigetragen hat.

Es gibt nicht nur das Gebäude sondern auch noch einige KunstObjekte um das Museum herum. Eines davon ist eine übergroße Spinne.

Ach ja, auf James Bond Spuren waren wir auch noch!

Die riesige Spinne vor dem Guggenheim Museum Bilbao heißt „Maman“ und stammt von der Künstlerin Louise Bourgeois. 🕷️

Sie wurde 1999 geschaffen und ist eine ihrer berühmtesten Skulpturen. Die Spinne besteht aus Bronze, Edelstahl und Marmor, ist über 9 Meter hoch.

Die Spinne „Maman“ steht direkt vor dem Museumseingang und wirkt wie eine Art Wächterin. Ihre enormen langen Beine überspannen den Vorplatz, sodass die Besucher beinahe durch ihr „Netz“ hindurchgehen – das erzeugt ein interaktives Erlebnis, bei dem Kunst und Publikum räumlich verbunden werden.

Die Kombination aus der organischen Form der Spinne und den geschwungenen, titanverkleideten Flächen des Museums von Frank Gehry schafft einen faszinierenden Kontrast von Natur und Architektur. Die harte, glänzende Oberfläche des Museums trifft auf die skulpturale, fast fragile Erscheinung der Spinne, was die Umgebung dynamisch und lebendig wirken lässt.

Zudem steht „Maman“ am Flussufer des Nervión, wodurch die Skulptur im Licht der Sonne, bei Regen oder im Nebel ständig anders wirkt. Das Spiel mit Perspektive, Reflexionen im Wasser und dem offenen Raum verstärkt das Gefühl, dass die Spinne Teil des städtischen Lebens ist – nicht nur ein Kunstobjekt, sondern eine Begegnung im öffentlichen Raum.

Insgesamt verbindet „Maman“ Kunst, Architektur und Natur, ähnlich wie das Guggenheim selbst. Sie lädt Besucher ein, die Skulptur zu umrunden, unter ihr hindurchzugehen und die Beziehung zwischen Raum, Kunstwerk und Betrachter selbst zu erleben.

Die silbernen Kugeln vor dem Guggenheim Museum Bilbao

Vor dem Guggenheim Museum in Bilbao befindet sich eine auffällige Skulptur aus silbern glänzenden Kugeln. Sie trägt den Titel „Tall Tree and the Eye“ und wurde vom britisch-indischen Künstler Anish Kapoor geschaffen. Die Skulptur besteht aus etwa 73 spiegelnden Edelstahlkugeln, die kunstvoll zu einer baumähnlichen Form angeordnet sind. Jede Kugel reflektiert ihre Umgebung, die Besucher und sogar die anderen Kugeln, wodurch das Werk ständig neue Perspektiven und Eindrücke erzeugt.

Kapoor ist bekannt dafür, Raum, Licht und Reflexion in seinen Werken zu nutzen. Bei „Tall Tree and the Eye“ wird der Fluss Nervión, die Umgebung des Museums und das Museum selbst in die Skulptur integriert. Je nach Blickwinkel verändert sich die Wahrnehmung, sodass die Besucher aktiv Teil des Kunstwerks werden. Das Werk lädt dazu ein, Perspektiven zu wechseln und die Verbindung zwischen Stadt, Architektur und Kunst bewusst wahrzunehmen.

Die Skulptur ergänzt die berühmten Werke vor dem Guggenheim wie „Puppy“ von Jeff Koons oder „Maman“ von Louise Bourgeois. Während diese eher organische oder figürliche Formen zeigen, setzt Kapoor auf abstrakte geometrische Formen und Spiegelung, wodurch ein harmonisches Zusammenspiel entsteht. Die silbernen Kugeln wirken modern und futuristisch, gleichzeitig verbinden sie das Museum mit seiner Umgebung und den Besuchern auf eine dynamische Art.

So wird „Tall Tree and the Eye“ zu einem interaktiven Erlebnis im öffentlichen Raum: Besucher können die Skulptur umrunden, sich in den Kugeln spiegeln sehen und dabei immer wieder neue Eindrücke gewinnen. Sie ist ein Beispiel dafür, wie zeitgenössische Kunst Architektur, Stadt und Publikum auf einzigartige Weise miteinander verknüpfen kann.

Jetzt wird es aber Zeit auch mal in das Museum zu gehen. Für nur 7,50€ kommen wir hinein.

Die erste Installation die wir begutachten ist ein digitales Laufband.

Im nächsten Raum gibt es Labyrinthe aus Stahl, das war gar nicht schlecht.

Von oben betrachtet sieht man besser worum es hier geht.

Auf der zweiten Etage findet man dann die Ausstellen „The Art of Earth“

Das war für uns etwas schwierig zu verstehen.

Wir haben dann beschlossen unsere eigene Kunst als Zeitlich begrenzte Ausstellung hier im Guggenheim Museum zu präsentieren, wir nennen dieses Objekt

REFLECTIONS

Leider war dieses außergewöhnliche und großartige Kunstwerk nur heute am 28.01.2026 für 45 Sekunden zu sehen 🤣

Uns hat es sehr gefallen, draußen und auch im Museum, eine klare Empfehlung wenn man in der Gegend von Bilbao ist.

Der kleine Hunger packt uns und im Museums Bistro gibt es kleine Pinchos, wir entscheiden uns für „Gilda“, das ist die beliebteste Pincho in Bilbao.

Gilda, einfach lecker.

Auch auf diesem Kurztrip wandeln wir auf James Bond Spuren!

„The World is not enough“ so hieß der Filmtitel!

Aus diesem Eckhaus ist Pierce Brisman alias 007 gesprungen.

Hier was zum anschauen!!!

https://youtu.be/9xTWRUc_CT0?si=3vcwvSj9-C5wB9Tn

Da unser Hotel ja gegenüber des Museums ist sind wir zurück ins Zimmer um uns ein wenig vor dem bevorstehenden Abend auszuruhen. Der Blick von der Dachterrasse ist auch cool.

Dachterrasse The Artist Hotel

Wohin es geht?

Auf zum Champions League Spiel Atlético Bilbao – Sporting Lissabon.

90 Minuten vor Spielbeginn dürfen wir ins Stadion. Sektion E ist unser Eingang. Es ist 19:15 Uhr und noch kein einziger Fan ist im Stadion. Die nehmen das hier voll ernst mit den Zeiten. Da hätte die DB ihre Schwierigkeiten 🤣.

Auf die Sekunde genau öffnen hier die Tore. Hoch in den ersten Stock und schon sind wir in der Lounge. Es gibt wie soll das hier auch anders sein Pinchos.

Nur noch 85 Minuten bis zum Anpfiff und keiner ist hier!

Die Stimmung ist großartig, unfassbar laut. 52041 Zuschauer gehen ins Stadion, Gästefans sind nicht erlaubt, das sind nämlich Basken die können so etwas.

Das 1:1 von Sporting

Übrigens, Gegentreffer werden nicht durchgesagt, das wird komplett verschwiegen.

Die erste Halbzeit geht an Atlético und mit einem kleinen Vorsprung geht es in die Pause.

In der Halbzeit gibt es den beliebten und lieb gewonnenen Snack „Gilda“

In der zweiten Halbzeit nimmt Sporting aber das Heft in die Hand. Flüssige Kombinationen und technisch einwandfrei erspielen sie sich eine Chance nach der andern. So lässt auch das 2:2 nicht lange auf sich warten.

Von Atlético kommt wenig, kein Pressung mehr. Große Aufregung gibt es in der 85. Minute als der Schiedsrichter Elfmeter für Sporting pfeift.

Man sieht es selten aber der Schiri nimmt den Elfer zurecht zurück. Das alles hilft aber nicht, denn in der 90+2 kommt der K.O. für Atlético.

Schade, ein schönes Spiel war es und das Catering war super. Mega Atmosphäre und faire Verlierer.

Zurück geht es dann gegen 23:30 Uhr. Hier noch eine Nachtaufnahme vom Guggenheim und das soll es dann gewesen sein.

Morgen Mittag geht es zurück nach Hause.

Wie immer vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren.

@ Fritz und Angelika, noch ganz viel Freude beim Skifahren.

Allen eine gute Nacht 💤

Jürgen und Sonja

Noch ein kleiner Nachtrag, ich denke man sollte auch etwas über den Architekten schreiben der den Bilbao Effekt inszeniert hat.

Frank Owen Gehry, CC war ein kanadisch-US-amerikanischer Architekt und Designer, der ab 1947 in Kalifornien lebte. Er erhielt 1989 für seine dekonstruktivistische Architektur den Pritzker-Preis. Die New York Times nannte ihn 2009 den „höchstgepriesenen amerikanischen Architekten seit Frank Lloyd Wright“.

Hier ein Nachruf auf Frank Owen Gehry:

https://www.tagesschau.de/tagesschau_20_uhr/video-1532702.html

*28.02.1929-+05.12.2025

Hier mal die Gebäude die er Weltweit entworfen hat

Der Bilbao Effekt:

Der Begriff Bilbao-Effekt oder Guggenheim-Effekt bezeichnet die gezielte Aufwertung von Orten durch spektakuläre Bauten von Architekten und geht auf die Entwicklung der nordspanischen Stadt Bilbao im Zusammenhang mit dem 1997 fertiggestellten Guggenheim-Museum des US-amerikanischen Architekten Frank O. Gehry zurück.

So, das war es aber jetzt. 😍😍😍

8 Replies to “2026-01-28 Bilbao”

  1. Meine Erinnerung ans Guggenheim Museum: auf der Damentoilette versucht mit dem Händetrockner meine Schuhe trocken zu föhnen 😭 Schlimmer geht also immer mit dem Wetter 😅 gute Heimreise!

  2. Hallo Ihr beiden, wie immer toll wie anschauend Jürgen mir neue Städte vermittelt.
    Schöne Bilder aus dem Museum, das hätte mir auch gut gefallen.Fiete macht sich
    morgen auf in den Skiurlaub. Danach freuen wir uns auf ein Treffen. Kommt gut
    nach Hause LG Petra

    1. Das war schön im Museum und hat uns auch sehr gut gefallen, wie auch Bilbao, eine schöne Stadt auch wenn wir in einem Tag nicht so viel anschauen konnten. Eine gute Reise und Hals und Beinbruch für Fiete. Freuen uns schon auf ein Wiedersehen mit euch. Bis bald.

  3. Bilbao und Guggenheim sind MEGA. CL ⚽️muss ich auch mal machen 👌MEGA Blog JH Travel Tours 👍😎

  4. Hej:
    wieder tolle Fotos + super Beschreibung von Bilbao … auch da müssen wir noch hin !!!

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