2024-04-28 Genua

Bongiorno Genua.

Port of Genua

Heute Morgen hat es dann endlich auch mit dem Regen geklappt, schade ☹️ aber wir werden das beste daraus machen. Die Liegezeit ist heute kurz, um 15:30 Uhr müssen alle wieder zurück an Board sein.

Wir haben von zu Hause aus vorsorglich mal eine Rikscha 🛺 gebucht um Genua zu erkunden. Treecycle heißt das Unternehmen, haben wir über Tripadvisor gefunden, wie sich herausstellen sollte, eine sehr gute Investition.

https://www.treecycle.eu/en/?re-product-id=263116&rwstep=product

Diese Rikscha ist Batteriebetrieben und läuft wie ein Mofa mit bis zu 25kmh. Wir hatten einen sehr kundigen und freundlichen 21-jährigen Fahrer.

Leider meinte es das Wetter am Anfang nicht so gut mit uns, da sind die Fotos nicht so toll geworden.

Zuerst fuhren wir an einem alten Piratenschiff vorbei. Dieses diente als Original Kulisse dem Film „Piraten“ von Roman Polanski.

Genua, Porto Antico, Schiff Neptune aus dem Film Piraten (Old Harbour, ship Neptune from the movie Pirates)
Als Drehort für seinen Film ‚Piraten‘ brauchte der Regisseur Roman Polanski im Jahr 1986 ein authentisches, spanisches Linienschiff aus der Zeit von 1680 bis 1710. Das Schiff Neptune wurde nach genauen Angaben Polanskis innerhalb von zwei Jahren gebaut. Insgesamt arbeiteten etwa 2.000 Menschen daran und die Baukosten betrugen 8,2 Millionen Dollar. Das Schiff, das mit 70 Kanonen bestück ist, hat drei Decks, ist 63 Meter lang und ist 16 Meter breit. Sein Gewicht beträgt 1.500 Tonnen. Der Bug ist mit einer mächtigen, überlebensgroßen Neptun-Statue geschmückt. Das seetüchtige Schiff kann mit einer Geschwindigkeit bis zu 5 Knoten (ca. 9 km/h) fahren und ist im Film mit voller Besegelung zu sehen. Nach den Dreharbeiten beschloss die Gesellschaft Carthago Films, die Neptune zu einem Museum des Films ‚Piraten‘ zu machen und öffnete sie für Besucher geöffnet. Seitdem liegt die Neptune am Kai des Alten Hafens von Genua.

Weiter geht es durch das alten Hafen Viertel bis an die Spitze, wo dann auch hier ein Riesenrad auf einen wartet. Den alten Leuchtturm, eigentlich das Wahrzeichen der Stadt, kann man sehr gut von hier erkennen.

Man hat auch mal einen guten Blick auf das Schiff von vorne.

Von dort aus geht es durch die Altstadt Genuas. Wir sehen sehr viele toll bemalte Häuser die um 1750-1850 erbaut worden sind. In die engen Gässchen der Altstadt dringt auch mittags nicht sehr viel Licht. Die Altstadt von Genua ist sehr ausgedehnt, aber viele Häuser sind in einem sehr schlechten Zustand. Viele Italiener ziehen hier aus und überlassen die z.T. halbverfallenen Häuser den Gastarbeitern aus Nord- und Zentralafrika. Von den 40.000 Einwohnern der Altstadt sind etwa die Hälfte Ausländer.

Während unserer Tour durch die Altstadt von Genua kamen wir auch an der Kirche San Pietro in Banchi vorbei. Diese hat eine interessante und außergewöhnliche Architektur, da sie quasi als zweites Stockwerk über Ladengeschäften im Erdgeschoss erbaut wurde. Wenn man den Grund hierfür recherchiert, erfährt man, dass die Bewohner sie als Dank nach der Pest erbauen wollten. Die Familie, der das Gelände gehört, wollte aber Ladengeschäfte bauen. Daher kam dieser Kompromiss zustande, der vermutlich einmalig für eine Kirche ist.

Etwas außergewöhnlich ist es auch das mitten in der Altstadt die Prostitution von der Stadt genehmigt ist. Es ist nicht zu übersehen: Genua ist ein Melting Pot, ein Mikrokosmos, in dem sich die verschiedensten Seiten des Menschen ausleben.

Weiter geht es durch die wirklich engen Gassen. Musik klingt aus fast allen Geschäften heraus und auf den Straßen stehen Opernsänger und schmettern Arien. Italien 🇮🇹 halt, immer laut und voller Lebensfreude.

Palazzi del Rolli
La Strade Nuove

Das Gebäudeensemble Palazzi dei Rolli befindet sich im Altstadtviertel La Strade Nuove im Herzen von Genua. Mehr als 40 Adelspaläste und Patrizierhäuser gehören zu dem Komplex, der im Jahr 2006 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Die Paläste wurden zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert errichtet und repräsentierten die Macht und den Wohlstand der Adelsfamilien und Kaufleute in der ehemaligen Seerepublik. Mit dem Bau des Viertels La Strade Nuove wurde im Jahr 1551 begonnen. Ziel war es, der Aristokratie der Hafenstadt ein eigenes Wohnviertel zu geben. Die Palazzi dei Rolli dienten als Wohnsitz und wurden für den Empfang ausländischer Staatsoberhäupter genutzt. Mit ihren prächtigen Renaissance- und Barockfassaden gehören die Adelspaläste zu den bedeutendsten in Ligurien.

Sehr viele Häuser sind hier UNESCO Kulturerbe.

Die Palazzi dei Rolli wurden ab dem 16. Jahrhundert in Kategorien eingestuft und auf einer Liste (Rolli) zusammengefasst. Damit sollte erfasst werden, welche Rangfolge die Gebäude bei Staatsbesuchen einnehmen. Zur ersten Kategorie gehört unter anderem der Palazzo Rosso mit seiner roten Fassade. Der Palast stammt aus dem 17. Jahrhundert und beherbergt heute eine wertvolle Kunstsammlung. Neben zahlreichen Werken flämischer Künstler werden auch Gemälde von Albrecht Dürer und mehrerer italienischer Renaissance-Maler gezeigt. In der Nachbarschaft erhebt sich mit dem Palazzo Bianco ein Adelspalast aus dem 16. Jahrhundert. Bauherr war mit Luca Grimaldi ein Spross eines weitverzweigten Adelsgeschlechts. Bis heute regieren Vertreter der Adelsfamilie das Fürstentum Monaco.

Jetzt wollten wir aber die Stadt einmal von oben sehen, es soll hier eine wunderschöne Aussichtsplattform geben.

Piazza del Portello

Von der Piazza Portello gelangt man mit dem Jugendstil-Aufzug Spianata Castelletto ganz bequem zum Belvedere Montaldo in Stadtteil Castelleatto. Dort bietet sich eine beeindruckendes Panorama über die Stadt und den Hafen bietet. Für die Fahrt benötigt man ein Ticket, das auch für die Stadtbusse gilt.

Diese Aussicht hat man dann von hier oben.
Torre del la Laterna di Genua, das Wahrzeichen der Stadt.

Vielleicht merkt es der eine oder andere, die Sonne lässt sich ein wenig blicken, wir hatten Glück.

Was wäre Italien ohne essen? Wahrscheinlich nur noch halb so viel Wert. Jede Region oder Stadt ist stolz auf ein eigenes Gericht oder eine Spezialität. Genauso ist es auch hier in Genua.

Foccacia wird hier ganz groß geschrieben und ist „die Spezialität“ in Genua. Also los und probieren.

Eines „der“ besten Geschäfte für Foccacia in Genua. Wie es hier zu ging, seht Ihr im Video.
Foccacia von Pesto Genovesa

Die Focaccia von Genua: alles, was Sie wissen müssen 

Die Focaccia in Genua ist eine echte Institution, ein Mythos, oder besser fast eine heiliges Gericht! Wenn man in der ligurischen Hauptstadt von Fügassaspricht, macht man keine Witze. Die Genuesen sind stolz darauf, lieben sie und sind auch ein wenig eifersüchtig darauf. Es gibt keine Focaccia aus zum Beispiel Bari, die gleich schmectk und wenn einige Mailänder, sie als weiße Pizza bezeichnen, bekommen sie lautstarke Proteste zu hören!!!

Die Focaccia in Genua ist ein integraler Bestandteil des täglichen Lebens und hat eine sehr starke Verbindung zur Geschichte der Stadt.

Was die wahren Ursprünge der genuesischen Fügassa sind, ist jedoch bis heute ein Rätsel. Historische Zeugnisse belegen, dass die Focaccia bereits seit 1300 in der genuesischen Küchen existiert, aber ob dies der Vorfahre der heutigen Focaccia ist oder nich, ist noch unklar.

Sicher ist, dass die Focaccia in der Renaissancezeit ein sehr beliebtes Nahrungsmittel war, und zwar so sehr, dass sie bei Hochzeiten in der Kirche verzehrt wurde. Im Jahr 1500 musste Bischof Matteo Gambaro sogar mit der Exkommunikation der Brüder und Gläubigen drohen, wenn sie nicht aufhörten, sie während dem Gottesdienste zu essen: es war sogar schon so weit gekommen, dass man sie bei Beerdigungen aß! Die Art und Weise der Zubereitung von Focaccia in Genua hat sich im Laufe der Jahrhunderte sicherlich verändert, aber was bleibt, ist die Liebe der Genuesen zu diesem Essen. Heute wird die echte Fügassa, die man in den besten Bäckereien der Stadt findet, nur noch mit Mehl, kaltgepresstem Olivenöl, Hefe, Meersalz, Wasser und Malzextrakt zubereitet. Ein weiches Brot, nicht mehr als 2 Zentimeter hoch, fast bernsteinfarben, innen weich, aber aussen knusprig, feucht und gut geölt.

Gegessen haben wir natürlich auch, wirklich lecker. Übrigens man muss die Belagseite der Foccacia umdrehen beim Essen, damit man den Geschmack über die Zunge besser aufnehmen kann.

Das war eine herrliche Mahlzeit hoch oben über den Dächern der Stadt.

Wieder runter mit dem Aufzug und weiter die Stadt erkunden. Da habe ich mal wieder ein ganz falsches Bild einer Stadt gehabt, ich dachte immer Genua, Arbeiterstadt, dreckig, großer Hafen sonst nix. Aber da sieht man mal wieder wie man sich täuschen kann. Genua für 3-4 Tage ist eine Reise wert, könnt Ihr uns glauben.

Piazza de Ferrari

Die Piazza de Ferrari im Herzen von Genua ist Treffpunkt der Einheimischen und Veranstaltungsort zugleich. Zahlreiche historische Gebäude rahmen die große Piazza ein und einige bedeutende Straßen münden in den zentralen Platz. Namensgeber war Raffaele de Ferrari, der den Titel des Herzogs von Galleria trug und im 19. Jahrhundert zu den wohlhabendsten Einwohnern Genuas zählte. Sein Vermögen machte der Politiker und Philanthrop in Paris und im Jahr 1875 spendete er der Stadt Genua eine große Summe, die in den Um- und Ausbau des Hafens gesteckt wurde. An einer Seite der Piazza de Ferrari erhebt sich der Palazzo del Duca di Galliera. Das palastähnliche Gebäude diente dem Namensgeber als Wohnsitz. Der Platz wird von einem kreisrunden Brunnen dominiert, den der italienische Architekt Cesare Crosa di Vergagni entworfen hat und der nach seinen Plänen im Jahr 1936 erbaut wurde

Weiter geht es zu einem Sohn der Stadt Genua. Oder auch nicht!!!

Cristoforo Colombo war Italiener: 1451 wurde er in Genua geboren. Er wurde wie sein Vater Wollweber. In diesem Haus in Genua soll er als Kind gelebt haben.

Das Christoph-Kolumbus-Haus in Genua, Italien, ist eine Rekonstruktion des Hauses aus dem 18. Jahrhundert, in dem Christoph Kolumbus aufgewachsen ist.

Immer weiter kutschierte unser freundlich Fahrer uns durch das dichte und enge Straßennetz der genuesischen Altstadt.

Vorbei an der Porta Soprana sind wir dann letztendlich an der Kathedrale von Genua angekommen

Porta Soprana
Kathedrale von Genua

Diese ist nicht soooo prunkvoll wie man es sich vielleicht vorstellt.

Ruck Zuck waren dann auch 4 Stunden vergangen und wir sind zurück zum Schiff.

Hafengebäude

Wieder an Board kommen wir zum wiederholten male an der sagenumwobenen Telefonzelle vorbei. Ein reges Treiben herrscht davor, warum nur??? Hat jemand eine Idee??

Wie es dann mal so ist strahlt der Himmel als wir Genua verlassen. Hier ein paar Impressionen zum genießen.

Zum Abendessen sind wir heute beim Teppanyaki angemeldet. Los geht‘s.

Vorspeise Sushi 🍣
Salat
MISO Suppe
Dann geht es mit den warmen Speisen los
Jacobsmuschel, Lobster, Pak Choi, Thunfisch
Es war ausgezeichnet
Reis
Filet, Spargel, Pilze 🍄
Auch das war köstlich.
Zum guten Schluss noch Ginger 🫚 Eis

Fazit: Eines der qualitativen besten Essen die wir bisher auf einem Kreuzfahrtschiff hatten. Hätte ich nicht gedacht. Ich dachte immer es wäre reines Showcooking, aber so kann man sich irren.

Sonja hat ein schönes Showprogramm für heute Abend zusammengestellt.

LUNA PARK

IBIZA Party

THEATER

Rock Show

DOLCE VITA

Spanisch / Italienischer Abend (war teilweise wie auf der Calle Ocho in Miami 🤣

Und noch einmal DOLCE VITA

Erraten Sie den ABBA Song, ein Musikquiz, an dem ich teilgenommen habe. Erwartungsgemäß gewonnen 🥇 🥇🥇Ich darf solche Spiele bald nicht mehr mit machen 😂😂😂.

Zum Abschluss des Abend noch mal auf Deck 8 um frische Luft zu schnappen.

Jetzt ist es 00:15 Uhr und endlich ist der Blog fertig 😥.

Gute N8 an alle die es gut mit uns meinen. Habt eine geruhsame N8 und eine schöne neue Woche.

Morgen dann mehr aus Napoli

Jürgen und Sonja

2 Replies to “2024-04-28 Genua”

  1. Ihr Lieben!
    Schön, wenn´s hinten raus besser wurde mit dem Wetter und ein sehr spannender Tipp bzgl. wie man Foccacia eigentlich richtig isst!

    Dann bin ich auf Napoli und den Bericht zur PIZZA gespannt!
    Weiterhin viel Spaß – Grüße aus MG

  2. … ja, Jürgen, recht haste … Ihr gebt uns einen ganz neuen, viel besseren Eindruck dieser, bei mir nur als ‚Hafenstadt‘ abgespeicherten Stadt … und das habt Ihr alles in 4 Stdn erarbeitet ????
    Die Tel.zelle muss doch der Eingang in ein Restaurant (oder Sonstiges) sein !!!
    Morgen bin ich auf Neapel gespannt und Eure Exkursionen !!

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