2026-07-26 Reschensee – Schlanders

Wo sind wir hier überhaupt? Über Deutschland, Österreich, Schweiz (knappe 400 Meter) sind wir nach Italien eingereist (diesen Grenzübergang haben wir gar nicht bemerkt). In Italien werden wir die nächsten 12 Tage auch bleiben.

Angekommen sind wir hier in der Region Trentino Alto Adige. Direkt an der Etschquelle.

Wir haben entschieden das wir auch heute bei Regen weiterfahren da es zur Mittagszeit besser werden soll.

Noch hängen die Fahrräder trocken im Keller des Hotels.

Eine sehr aufgeräumte Garage befindet sich direkt nebenan.

Als wir vor die Tür kommen bezweifelt jeder aus der Gruppe ob wir die richtige Entscheidung getroffen hatten.

Da wir unweit der Etschquelle die Nacht verbracht hatten, wollten wir die natürlich auch sehen. wir sitzen gerade im Sattel und schon beginnt es wieder mit den Höhenmetern. Ca. 100 davon müssen wir erklimmen um zur Quelle zu kommen.

Hier oben stehen auch noch Bunker aus längst vergangen Zeiten

Es regnet immer weiter und wir fahren jetzt mal einfach los Richtung Meran. Laut Wetterbericht soll es ab 11:00 – bis heute Nachmittag um 17:00 Uhr trocken sein.

Der Reschensee im Nebel

Auf der linken Uferseite befindet sich der Ort Graun. Dieser hat eine besondere Geschichte.

Graun im Vinschgau liegt auf rund 1.500 Metern Höhe am Ufer des Reschensees, nahe dem Dreiländereck von Italien, Österreich und der Schweiz. Heute ist der Ort vor allem durch den berühmten Kirchturm bekannt, der aus dem Wasser des Reschensees ragt. Er erinnert an das alte Graun, das 1950 im Zuge des Baus des großen Stausees unterging.

Die Geschichte des Ortes ist eng mit dem Bau des Reschensees verbunden. Für die Stromgewinnung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg das Tal aufgestaut. Dafür mussten die Bewohner ihre Häuser verlassen; insgesamt wurden 163 Gebäude zerstört, und große Teile der alten Ortschaften Graun und Reschen verschwanden im Wasser. Viele Familien verloren dabei ihre Heimat und landwirtschaftliche Flächen. 

Vom alten Graun blieb nur der Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert sichtbar. Die Kirche selbst wurde 1950 abgetragen, während der denkmalgeschützte Turm erhalten blieb. Heute steht er mitten im See und ist zu einem der bekanntesten Wahrzeichen Südtirols geworden – ein ungewöhnliches und zugleich nachdenklich stimmendes Symbol für die Geschichte des Ortes.

Das heutige Graun wurde oberhalb des alten Dorfes neu aufgebaut. Aus dem früheren Bauerndorf entwickelte sich ein beliebter Ferienort, der heute besonders bei Wanderern, Radfahrern und Wassersportlern beliebt ist. Wer hier am Reschensee steht und den alten Kirchturm betrachtet, sieht deshalb nicht nur eine Sehenswürdigkeit, sondern auch ein Stück Südtiroler Geschichte, das buchstäblich aus dem Wasser ragt.

Nach dem Reschensee kommt der Haidersee. Was uns ab da erwartete war sensationell.

Der Regen hatte nachgelassen und wir fuhren die nächsten 15km nur bergab, treten war nicht notwendig. Der Weg war die reinste Fahrradautobahn.

Nach dieser wirklich zum Teil sehr rasanten Abfahrt sind wir dann im historischen Ort Glurns angekommen.

Mit nur rund 900 Einwohnern gilt die mittelalterliche Stadt als kleinste Stadt Südtirols. Schon beim Betreten durch eines der historischen Stadttore fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt.

Alte Stadtmauer
Marktplatz

Mitten im historischen Glurns haben wir das Flurin entdeckt. Das Restaurant ist in einem jahrhundertealten Turm untergebracht und verbindet die mittelalterliche Atmosphäre der Stadt mit moderner, regionaler Küche. Ein wirklich außergewöhnlicher Ort, an dem Geschichte und Genuss wunderbar zusammenpassen.

Mafalde, überragend!!!
Cannelloni, Weltklasse!!!

Das war mit Abstand das beste Essen was wir bisher hatten, ich habe mich ans Troyka erinnert gefühlt.

Wer muss wohin? Witzige Toiletten im flurin 😂

Gut genährt geht es weiter nach Laas und unserem Zielort Schlanders.

Der Laaser Marmor gilt als einer der besten der Welt.

Der Laaser Marmor ist besonders hart, wetterbeständig und reinweiß. Deshalb wurde und wird er für Skulpturen, Denkmäler, Gebäude und Kunstwerke verwendet. Der Abbau in den steilen Bergen ist bis heute aufwendig und anspruchsvoll.

Sehr viele Skulpturen säumen den Fahrradweg.

Weiter immer weiter geht es an der Etsch entlang bis nach Schlanders.

Schlanders liegt im Herzen des Vinschgaus und ist stark vom Apfelanbau geprägt. Das trockene, sonnige Klima mit vielen Sonnenstunden und die Bewässerung der Obstgärten schaffen ideale Bedingungen für den Anbau von Äpfeln.

Rund um Schlanders ziehen sich die Apfelplantagen über die Hänge und prägen das Landschaftsbild. Im Frühjahr verwandeln sich die Obstwiesen während der Apfelblüte in ein weiß-rosa Blütenmeer. Im Herbst werden die reifen Äpfel geerntet und sind weit über Südtirol hinaus bekannt.

Äpfel über Äpfel

Selbst das Hotel das wir gebucht haben liegt mitten in den Apfelplantagen

In Südtirol werden pro Jahr ungefähr 1 Million Tonnen Äpfel produziert.

2025 rund 1.056.980 Tonnen, das ist eine Rekordmenge und zum dritten Mal in Folge über einer Million Tonnen Äpfel.

Das entspricht laut Handelskammer etwa 40 % der italienischen Apfelernte und rund 10 % der europäischen Produktion.

So ganz heile ist die Apfelwelt aber dann doch nicht.

Das soll aber diesen tollen Fahrradtag nicht schmälern.

Hier die Rubriken

Local Bier

Schönste Brücke


Bei Laas führt eine markante Brücke der historischen Marmorbahn über die Etsch. Sie erinnert an die Zeit, als das berühmte „weiße Gold“ des Vinschgaus aus den hoch gelegenen Steinbrüchen ins Tal transportiert wurde. Die gesamte Anlage mit ihrer einzigartigen Schrägbahn gilt als technisches Meisterwerk und ist bis heute ein beeindruckendes Zeugnis der Industriegeschichte von Laas.

Tourdaten

Video

Allen zusammen eine geruhsame N8, Sonja und Jürgen

8 Replies to “2026-07-26 Reschensee – Schlanders”

    1. Die Gallier verweilen in den Bergen und Wäldern am Fernpass. Dort feiern Sie ein großes Fest nach dem Sieg über die Römer und der erfolgreichen Wildschweinjagd.

  1. Eine tolle Tour , grandiose Aussichten. Schön, dass ihr wieder solche Touren meistern könnt. Noch weiterhin eine gute Fahrt und schöne Tage mit euren Freunden. LG Bärbel

  2. … schon wieder viel gelernt..:
    Bei der Speisekarte knurrt mir der Magen 😉
    Grüße aus dem Golfresort Weimarer Land !!

  3. Die Nudeln mit Trüffel hätte ich auch gerne gegessen.Wir sind ja jetzt im Weimarer Golfclub uns hatten Abschlag um 10.30 es war sehr windig und pünktlich kam der Regen. Hatte natürlich nur einen Rock mit, ab in den Proshop und lange Hose probiert
    Auf dem Oberschenkel im Strass Logo und Weimarer Gold & Spa…Resort
    Also für 180 wollte ich keine Reklame laufen – nicht gekauft, Kaum waren wir loa
    hörte der Regen auf, der Wind blieb. Wir hatten dann eine schòne Runde. Euch auch noch viel Spass.

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