2026-05-25 Sylt

Guten Morgen alle zusammen. Ausgeschlafen haben wir heute mal, um 08:40 Uhr stehen wir auf. Da wir wohl einer der letzten Gäste sind die unter die Dusche 🚿 gehen, war bei uns dann das Wasser nur noch lau warm. Das hilft deutlich beim wach werden 🥶🥶🥶

Strandkörbe auf der Hotelterrasse

Das Wetter meint es heute mal wieder gut mit uns, ein traumhafter Tag erwartet uns. Gut gefrühstückt machen wir uns mit den Rädern auf unsere erste Sylt Etappe. Von Westerland nach Hörnum und zurück soll es gehen.

Die Radwege sind hier sehr gut ausgebaut. Auf dem Hinweg geht es leider sehr oft direkt an der Hauptstraße entlang, aber auch hier finden wir den einen oder anderen interessanten Abstecher.

Bezaubernde Häuser säumen den Weg Richtung Hörnum. Fast alle sind mit einem Reetdach ausgestattet.

Die Landschaft ist beeindruckend, Heide und Wildrosen (Hagebutten) bestimmen das Landschaftsbild.

Auf der Mitte unseres Weges liegt eine kleine Erhöhung, hier probieren wir mal den Turbogang an unseren Rädern aus, Ruck Zuck sind wir oben und haben einen fantastischen Ausblick.

Ganz hinten kann man den Leuchtturm von Hörnum erspähen, das ist unser Ziel.
Krabben 🦐 Fischer🎣 sind auch unterwegs

Was wir hoch gefahren sind müssen wir auch wieder runter, eine rasante kurze Abfahrt erwartet uns. 36 km/h Spitzengeschwindigkeit 🏎️🏎️🏎️ zeigt der Tacho an.

Immer Richtung Süden bei atemberaubenden Gegenwind 💨💨💨 fahren wir am Samoa Seepferdchen sowie an der direkt folgenden Sansibar vorbei. Wir können jetzt auch einen kleinen Blick auf das Wattenmeer erhaschen.

Nach weiteren 4 Km kommt der Golfclub Budersand immer näher. Am Freitag wollen wir hier die 96 Topfbunker geschickt umspielen, da freuen wir uns darauf.

Hörnum:

Den Ortseingang haben wir jetzt nach fast genau einer Stunde erreicht. Ein niedlicher kleiner Ort erwartet uns. Der Strand ist extrem weiß, ich frage mich unweigerlich ob das der original Sand von der Insel ist, was meint Ihr???

Im Hintergrund sieht man Amrum. Auch Föhr kann man von hier aus erspähen.

Nun aber zu unserem Zielpunkt, dem Leuchtturm von Hörnum:

Der Leuchtturm Hörnum wurde im Jahr 1907 erbaut, als Hörnum noch ein kleiner und weitgehend unerschlossener Ort im Süden Sylts war. Der Turm entstand auf Anweisung der Kaiserlichen Marine, denn die Schifffahrt rund um Sylt galt wegen starker Strömungen, Sandbänke und häufiger Stürme als besonders gefährlich. Mit seinem Licht sollte der Leuchtturm den Seeleuten Orientierung geben und die sichere Passage durch die Nordsee erleichtern.

Entworfen wurde der Turm von dem Architekten Otto Bieling. Auffällig ist seine ungewöhnliche Form: Der Leuchtturm verjüngt sich nach oben leicht und besitzt zwei Galerien – ein eher seltenes Merkmal unter deutschen Leuchttürmen. Mit einer Höhe von rund 34 Metern prägt er bis heute die Silhouette Hörnums.

Die besondere Stimmung des Gebietes entsteht durch den ständigen Wandel von Ebbe und Flut, Licht und Wolken. Zwischen Dünen, Salzwiesen und flachen Wasserflächen zeigt sich hier die raue und zugleich stille Schönheit Sylts besonders eindrucksvoll. Spaziergänge rund um das Rantumbecken vermitteln vielen Besuchern ein Gefühl von Weite, Ruhe und enger Verbundenheit mit der Natur.

Während des Zweiten Weltkriegs spielte der Leuchtturm auch militärisch eine Rolle, da Hörnum als strategisch wichtiger Standort genutzt wurde. Trotz der bewegten Geschichte blieb der Turm erhalten und wurde später modernisiert. Heute arbeitet das Leuchtfeuer automatisiert, doch der Turm ist weiterhin ein aktives Seezeichen.

Inzwischen ist der Leuchtturm längst mehr als nur eine Navigationshilfe. Er gilt als Wahrzeichen von Hörnum und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher an, die die Geschichte, die Aussicht und die besondere Atmosphäre der Sylter Südspitze erleben möchten. Besonders eindrucksvoll ist der Kontrast zwischen dem rot-weißen Turm, den Dünen und der oft rauen Nordsee – ein Bild, das viele sofort mit Sylt verbinden.

Leider kommen wir nicht näher an den Turm heran, das geht nur mit einer Führung die aber heute nicht stattfindet. Außerdem muss man sich vorher anmelden da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.

Wieder zurück auf dem Rad geht es noch mal durch die malerischen Gassen des Dörfchens. Hier finden wir ein Gerät aus vergangen Tagen, ob wir es dieses denn auch hoffentlich benutzt haben? Das wird sich Claudia bestimmt fragen 🤣🤣🤣

Zurück auf der Strecke geht es für mich noch einmal auf einen Gravel Weg hoch hinaus über den Golfplatz Budersand. Sonja war das zu abenteuerlich. Aber ich finde das hat sich für die Bilder gelohnt.

Niedlich, diese kleinen Häuser hinter dem Deich
Das Wattenmeer

Weiter geht es wieder zurück nach Westerland.

Ein Traumtag ist das heute hier. Besonders die Rückfahrt hat uns gut gefallen, RÜÜÜÜCKENWIIIIND 🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳🥳

Der Rückweg ist besonders schön da dieser fast direkt an der Kante zum Wattenmeer verläuft.

Das Wattenmeer, eine kleine Info:

Das Rantumbecken ist eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete auf Sylt und ein faszinierender Teil des Wattenmeers. Ursprünglich wurde das Becken in den 1930er-Jahren von der Wehrmacht angelegt, um einen Hafen für Wasserflugzeuge zu schaffen. Durch einen Damm wurde ein Teil der Nordsee vom offenen Meer getrennt. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Anlage ihre militärische Bedeutung – die Natur eroberte das Gebiet Schritt für Schritt zurück.

Heute ist das Rantumbecken ein einzigartiges Rückzugsgebiet für zahlreiche Vogelarten und ein wichtiger Bestandteil des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer. Besonders Zugvögel nutzen die ruhigen Wasserflächen und Salzwiesen als Rastplatz auf ihren langen Reisen zwischen Nordafrika, Europa und der Arktis. Mit etwas Glück lassen sich Austernfischer, Brandgänse oder sogar seltene Seevögel beobachten.

In Rantum gibt es so schöne Häuser

Angekommen in Westerland haben wir die Zeit für ein Mittagessen verpasst. Kaffee und Kuchen wäre jetzt sehr willkommen.

Zusammenfassung unserer ersten Radtour

Susanne und Jörn wollen uns begleiten und so machen wir uns auf den Weg zur Kupferkanne.

Die Künstler-Café Kupferkanne in Kampen gehört zu den bekanntesten und traditionsreichsten Cafés auf Sylt. Hoch über dem Wattenmeer gelegen und umgeben von Heide, Dünen und Kiefern, ist sie weit mehr als nur ein Ort für Kaffee und Kuchen – sie ist ein Stück Sylter Geschichte.

Ihre besondere Atmosphäre verdankt die Kupferkanne ihrer ungewöhnlichen Vergangenheit. Das heutige Café entstand aus einem ehemaligen Flakbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Kurz nach Kriegsende kam der Bildhauer Günter Rieck nach Sylt und machte die halb unterirdische Anlage zu seinem Atelier. Nach und nach entstanden verwinkelte Räume, kleine Grotten und gemütliche Gänge, die bis heute den einzigartigen Charakter des Cafés prägen. 1950 wurde daraus schließlich die legendäre „Kupferkanne“.

Lecker 😋

Schon in den 1950er- und 1960er-Jahren entwickelte sich das Café zu einem Treffpunkt für Künstler, Schriftsteller und Prominente. Besonders bekannt wurde die Kupferkanne durch ihre ruhige Lage mit Blick über das Wattenmeer sowie durch die hausgemachten Kuchen und den selbst gerösteten Kaffee. Bis heute zieht dieser besondere Mix aus Natur, Geschichte und nostalgischem Charme Besucher aus aller Welt an.  

Wer die Kupferkanne besucht, erlebt nicht nur ein Café, sondern ein fast verwunschenes Refugium mitten in der Sylter Landschaft. Zwischen alten Bunkermauern, Kerzenlicht und großen Terrassen mit Meerblick entsteht eine Atmosphäre, die viele Gäste als einzigartig und beeindruckend empfinden.

Ein stimmungsvoller Nachmittag geht leider zu Ende. Der Garten der Kupferkanne ist außergewöhnlich. Wir sind froh das wir den Nachmittag hier bei grandiosem Wetter verbringen durften.

Wenn wir schon mal so weit oben sind dann können wir ja auch noch mal in List vorbeischauen.

Unsere Cuxhavener Freunde haben den“ Ur-Gosch“ getroffen

Hier gab es ein Kaltgetränk nach eigener Wahl bevor wir zum Abendessen nach Kampen zum „Manne Pahl“ sind, ein dänisches Lokal.

Der Name Manne Pahl hat aber nichts mit Essen zu tun, sondern ist ein Sylter Original.

Manne Pahl war eines der bekanntesten Sylter Originale und eng mit dem Ort Kampen verbunden. Über viele Jahrzehnte prägte er das Bild des berühmten Inselortes mit seiner offenen Art, seinem Humor und seiner tiefen Verbundenheit zur Insel. Für viele Gäste gehörte eine Begegnung mit ihm fast genauso zu Sylt wie Dünen, Heide und Nordseewind.

Bekannt wurde Manne Pahl vor allem durch seine Tätigkeit als Strand- und Wattführer sowie als leidenschaftlicher Erzähler der Sylter Geschichte. Er kannte die Insel, ihre Natur und ihre Menschen wie kaum ein anderer und verstand es, Besuchern die besondere Atmosphäre Kampens näherzubringen. Mit norddeutschem Charme erzählte er Geschichten über Sturmfluten, das Leben der Friesen und den Wandel der Insel im Laufe der Jahrzehnte.

Besonders geschätzt wurde seine authentische Art. Trotz der zunehmenden Bekanntheit Sylts als Luxusdestination blieb Manne Pahl stets bodenständig und verkörperte für viele das ursprüngliche, traditionelle Sylt. Seine Geschichten handelten nicht nur von der Schönheit der Insel, sondern auch vom harten Leben mit Wind, Meer und wechselnden Gezeiten.

Das soll es dann für heute gewesen sein.

Hoffentlich bleibt das Wetter so ☀️☀️☀️denn besser geht es nicht 😎😎😎.

Liebe Grüße Sonja und Jürgen

4 Replies to “2026-05-25 Sylt”

  1. Hej Ihr,
    jetzt versteht ihr noch besser die Anziehungskraft dieser Insel, toll oder ??
    Und durch Deine Einschübe, Jürgen, lern ich auch nach 35 Jahren immer noch Neues- danke !!!
    Nach Gosch müsst ihr jetzt nur noch Fischbrötchen 😉😀
    Genießt weiter !!

  2. Zum Glück ist das Wetter ja viiiel schöner, als ihr befürchtet hattet 🤗. Weiter eine tolle Zeit 🫶🏻

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