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2026-08-04 Ferrara – Ostiglia

Wie ich euch ja gestern versprochen habe heute mal einige Infos zum Schloss von Ferrara

Das imposante Schloss von Ferrara, das Castello Estense, ist das Wahrzeichen der Stadt und eines der bedeutendsten Wasserschlösser Italiens. Es wurde ab 1385 von der mächtigen Familie Este erbaut, die Ferrara über Jahrhunderte regierte. Ursprünglich diente die Festung dem Schutz vor Aufständen der eigenen Bevölkerung, entwickelte sich aber später zu einer prächtigen Residenz der Herzöge von Este.

Besonders auffällig sind die vier mächtigen Türme, die durch Wehrmauern verbunden sind und von einem breiten Wassergraben umgeben werden. Zugbrücken führen in das Innere des Schlosses, wodurch es bis heute seinen mittelalterlichen Charakter bewahrt hat.

Im Inneren erwarten Besucher prunkvolle Säle mit kunstvollen Deckenmalereien, ehemalige herzogliche Gemächer sowie düstere Gefängniszellen. Berühmt ist die tragische Geschichte von Ugo und Parisina, die wegen ihrer verbotenen Liebe im Schloss eingesperrt und hingerichtet wurden.

Heute ist das Castello Estense das historische Herz Ferraras und ein Symbol für die Macht und den kulturellen Reichtum der Este-Dynastie. Gemeinsam mit der Altstadt gehört es zum UNESCO-Weltkulturerbe und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher aus aller Welt an.

Vom Schloß aus ist es nicht mehr weit zur Kathedrale. Die zweite sehr wichtige Sehenswürdigkeit in Ferrara

Auf dem Weg dorthin kommt man auch am Denkmal Girolamo Savonarola vorbei.

Girolamo Savonarola (1452–1498) war ein dominikanischer Mönch und Prediger, der vor allem in Florenz große Bekanntheit erlangte. Mit seinen leidenschaftlichen Predigten wandte er sich gegen Korruption, Luxus und den moralischen Verfall seiner Zeit. Besonders die mächtige Familie Medici und die Ausschweifungen innerhalb der Kirche kritisierte er scharf.

Nach der Vertreibung der Medici im Jahr 1494 gewann Savonarola erheblichen politischen Einfluss in Florenz. Er propagierte eine streng religiöse Lebensweise und ließ die Bürger alles verbrennen, was er als Zeichen von Eitelkeit und Sünde betrachtete. Dieses Ereignis ging als „Feuer der Eitelkeiten“ in die Geschichte ein. Dabei wurden unter anderem kostbare Kleidung, Schmuck, Musikinstrumente und Kunstwerke vernichtet.

Seine kompromisslose Haltung brachte ihn jedoch zunehmend in Konflikt mit Papst Alexander VI. Schließlich wurde Savonarola verhaftet, der Ketzerei beschuldigt und nach einem Prozess am 23. Mai 1498 auf der Piazza della Signoria in Florenz gehängt und anschließend verbrannt.

Heute gilt Savonarola als eine der umstrittensten Persönlichkeiten der Renaissance. Für die einen war er ein mutiger Reformator und Vorkämpfer gegen Korruption, für die anderen ein religiöser Fanatiker. Sein Wirken hinterließ jedoch tiefe Spuren in der Geschichte von Florenz und der katholischen Kirche.

Warum er in Ferrara das Denkmal bekommen hat konnte ich nicht recherchieren.

Die Kathedrale von Ferrara, die Cattedrale di San Giorgio, ist das religiöse Herz der Stadt und eines ihrer bedeutendsten Bauwerke. Sie steht direkt an der zentralen Piazza Trento e Trieste und prägt seit fast 900 Jahren das Stadtbild von Ferrara.

Mit dem Bau wurde im Jahr 1135 begonnen. Besonders faszinierend ist die Mischung verschiedener Baustile. Der untere Teil der Fassade ist romanisch geprägt, während die oberen Bereiche und zahlreiche Verzierungen bereits gotische Einflüsse zeigen. Die kunstvollen Reliefs und Skulpturen am Hauptportal zählen zu den schönsten mittelalterlichen Steinmetzarbeiten Norditaliens.

Im Inneren präsentiert sich die Kathedrale überwiegend im Stil des Barock, da sie nach einem verheerenden Brand im 18. Jahrhundert umfassend umgestaltet wurde. Zahlreiche Gemälde, Altäre und kunstvolle Kapellen zeugen von der langen religiösen und kulturellen Geschichte Ferraras.

Vor der Kathedrale von Ferrara bewachen seit Jahrhunderten steinerne Löwen den Eingang. Obwohl die Figuren durch die Zeit stark verwittert sind, strahlen sie noch immer die Kraft und Würde aus, die mittelalterliche Baumeister mit diesen Schutzsymbolen verbinden wollten. Wer genauer hinschaut, erkennt in den abgeschliffenen Formen die Spuren von fast neun Jahrhunderten Geschichte.

Übrigens, wann wird eine Kirche zur Kathedrale???

Das Wort Kathedrale leitet sich vom lateinischen cathedra ab, dem Bischofsstuhl. Dieser Stuhl symbolisiert die Lehr- und Leitungsgewalt des Bischofs über sein Bistum. Die Kathedrale von Ferrara ist die Cattedrale di San Giorgio, weil sie traditionell der Sitz des Erzbischofs von Ferrara war. Sie ist damit die Hauptkirche des Erzbistums und das religiöse Zentrum der Stadt.

So das war es jetzt aber auch mit Geschichte, wir haben schließlich 65km abzustrampeln.

Nach der Sightseeingtour geht es auf die Strecke. Dir erste. 15km gehen immer auf Fahrradwegen durch die Stadt und an Kanälen vorbei.

Wir haben großes Glück 🍀 das fast die ganzen 15km von Bäumen gesäumt sind.

Einige Tiere begleiten uns

Es ist Nix aber auch gar nix los auf unserer Route. Wir sind ja gestern aus Venetien in die Emilia Romana gefahren. Heute geht es über die Lombardei zurück in Richtung Venetien. Da werden wir aber erst morgen ankommen.

Die Lombardei ist heiß, sehr heiß 🔥.

Das ist eigentlich auch schon alles was man darüber schreiben kann. Das Po Delta ändert sich eigentlich nicht. Seit mehr als 100km das gleiche Bild, wir fahren auf einem Damm und schauen über die Ebene.

Ab und zu mal ein 🌻 Feld.

Hier was zu trinken geschweige zu essen zu bekommen ist nicht einfach. Mehrfach fahren wir in die kleinen Dörfer, sind aber sehr lange erfolglos. 😩

Dabei gibt es sehr vielversprechende Namen

Da frage ich mich doch gleich ob die Spaghetti 🍝 Carbonara von hier kommen??? Und warum werden die hier in den Restaurants nicht angeboten??? Fragen über Fragen 🙋‍♂️

Endlich, eine kleine unscheinbare Bar. Es werden mehrerer Liter Wasser, Limonade und Kaffee gekauft,

Wir sind echt durstig.

Eine Kleinigkeit zu essen gibt es auch, Brot 🥖 und Melone 🍈 gibt es. Keine Spaghetti Carbonara 😡😡😡

Auf den letzten 25km das gleiche Bild, immer auf dem Damm entlang. Nur damit kein falscher Eindruck entsteht, zum fahren ist das super, ein Mega Weg, nur die Landschaft gibt nicht viel her..

Dann kurz vor Ostiglia müssen wir ans andere Ufer. Eine Brücke mit einem echt schmalen Fußweg und einem Geländer das gefühlt gerade bis zu den Kniekehlen geht, in Deutschland wäre das niemals freigegeben worden.

Aber auch das meistern wir mit Bravour. Direkt hinter der Brücke geht es zum Highlight des Tages, der für uns zweite Endpunkt (oder für die Römer der zweite Startpunkt) der Via Claudia Augusta.

Wir werden schon erwartet und gebührend empfangen. Die Gallier sind alle vollständig erschienen, sogar 3 Römer haben es geschafft. Darüber haben wir uns sehr gefreut.

Alle sind glücklich es bis hierhin geschafft zu haben. Trotz dieser Hitze, eine bemerkenswerte Leistung. 👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻

Von hier aus sind es nur noch 800 Meter zum Hotel.

Tourdetails

Local Bier ( die hatten ausschließlich bayrisches Bier)

Schönste Brücke

Tourvideo

Wir wünschen euch allen eine Gute N8, bis morgen, dann aus Verona.

Liebe ❤️ Grüße 🖖 Sonja und Jürgen

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